Wulstlinge und Knollenblätterpilze
In dieser Gruppe befinden sich die meisten tödlich giftigen Pilzarten. Für Anfänger gilt die einfache Regel: Hände weg von Pilzen mit weißen Lamellen.
Alle Wulstlinge und Knollenblätterpilze haben weiße Lamellen, die frei angewachsen sind. Das stimmt aber in der Realität nicht immer, manchmal sehen die Lamellen eher angewachsen aus. Allen gemein ist, dass sie weißes Sporenpulver haben und die Huthaut tortenförmig abziehbar ist.
Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)
Dieser Pilz ist sehr giftig und verursacht die meisten tödlichen Pilzvergiftungen. Circa 90 % aller tödlichen Pilzvergiftungen gehen auf ihn zurück.
Sein Geruch ist jung eher neutral, alt süßlich oder aasartig, man sagt auch kunsthonigartig oder nach Tierkäfig.
Der Geschmack ist nach Angaben von Überlebenden süßlich angenehm. Das sollte man aber auf keinen Fall versuchen. Es besteht eine große Gefahr der Leberschädigung.
Sein Hut ist grünlich und die Lamellen sind weiß. Als Weißsporer bleiben die Lamellen auch bis zum Alter immer weiß.
Am Stiel hat er einen Ring, der weiß bis gelblich ist und hängend. Am oberen Teil ist er leicht gerieft und nicht verschiebbar, wie er es bei Riesenschirmlingen ist.
Die Knolle ist zwiebelförmig mit einer abstehenden Scheide.
Er wächst vom Frühsommer bis in den Spätherbst und ist sehr häufig. Meist findet man ihn an Laubbäumen, in Parks oder Gärten. An Nadelbäumen ist er eher selten.
Verwechselt wird er mit verschiedenen Champignon Arten. Jung ist das Erscheinungsbild leicht verwechselbar. Aber Champignons haben eine dunkelbraune Sporenpulverfarbe, daher sind die Lamellen nie rein weiß. Auch andere Merkmale sind unterschiedlich. Daher ist es immer wichtig, die Merkmale genau zu kennen.
Der Verlauf der Vergiftung ist auch sehr tückisch, siehe dazu Phalloides-Syndrom.
Zuletzt aktualisiert am 12.05.2026

Kaiserling (Amanita caesarea)
Der Kaiserling ist in Südeuropa sehr verbreitet. Er ist wärmeliebend und in Laubwäldern unter Eiche, Esskastanie oder Buche zu finden. Der Geschmack ist hervorragend und eben eines Kaisers würdig. Nördlich der Alpen ist er sehr selten und wurde wahrscheinlich von den Römern eingebracht. Er gilt in Deutschland als streng geschützt und steht auf der „Roten Liste der gefährdeten Arten“. Durch die Klimaerwärmung ist er in Mitteleuropa häufiger zu finden. Er ist einer der wenigen Arten unter den Wulstlingen, die sogar roh gegessen werden können.
Zuletzt aktualisiert am 06.07.2026

Fliegenpilz (Amanita muscaria)
Den Pilz kennt sicherlich jeder. Die weißen Flocken auf dem roten Hut sind sehr markant. Es gibt unzählige Mythen, die sich um diesen Pilz ranken.
Sein Name Fliegenpilz soll daher kommen, dass Milch mit einem Pilzstück Fliegen vertreiben soll. Ob das funktioniert, kann jeder gerne selbst ausprobieren.
Er enthält Ibotensäure und Muscimol und führt auch zum Pantherina-Syndrom.
Zuletzt aktualisiert am 04.05.2026


Perlpilz (Amanita rubescens)
Der Perlpilz ist essbar, wenn er 100% als solcher erkannt wird. Die Huthaut sollte vorher abgezogen werden. Das geht bei dieser Gattung besonders einfach. Sein lateinischer Name rubescens lässt an einen Rubin denken und deutet darauf hin, dass immer irgendwo Rottöne vorhanden sind. Danach sollte man immer schauen.
Auf dem Hut sind erhabene, weißgraue schmutzig gelblichen Hüllreste vorhanden. Der Ring ist häutig, hängend und oberseits gerieft. Die Basis ist mit feinen Velumflecken besetzt.
Er wächst von Juni bis November und ist bezogen auf seinen Standort nicht sehr wählerisch. Man findet ihn in Wäldern aller Art oder auch in Parks.
Zuletzt aktualisiert am 04.05.2026



Grauer Wulstling (Amanita excelsa)
Er ist ebenfalls einer der essbaren Wulstlinge, allerdings schmeckt er nicht sonderlich gut, und es besteht eine große Verwechselungsgefahr mit giftigen Arten. Wesentlich bestimmungsrelevante Merkmale sind der hängende, oberseits geriefte Ring und die rübenförmige Knolle. Die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale von Perlpilz, Grauer Wulstling und Pantherpilz sind weiter unten in einer Tabelle zusammengefasst.
Zuletzt aktualisiert am 06.07.2026


Pantherpilz (Amanita pantherina)
Der jung halbkugelige Hut (linkes Foto) wird später flach konvex (rechtes Foto). Sehr typisch sind die regelmäßig angeordneten weißen Velumflocken. Der Rand ist jung gerieft. Der weißliche Ring ist herabhängend und oberseits glatt, also nicht gerieft. Die Basis beesteht aus einer runden Knolle mit wulstigem Abschluss, das nennt man auch Kinder- oder Bergsteigersöckchen.
Der Pilz ist tödlich giftig. Der lateinische Name hat dem entsprechenden Syndrom seinen Namen gegeben, das Pantherina-Syndrom.
Zuletzt aktualisiert am 06.06.2026


Wir fassen zusammen:
|
|
Pantherpilz |
Grauer
Wulstling |
Perlpilz |
|
Ring |
glatt (nie geriffelt) |
stark geriffelt |
stark geriffelt |
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Fleisch |
ohne Rottöne |
ohne Rottöne |
hat Rottöne |
|
Hutrand |
gerieft |
glatt (oder leicht gerieft) |
glatt |
|
Velumreste |
(rein-weiß) konzentrisch gleichmäßig am Hut verteilt |
(grau) inselmäßig am Hut verteilt |
(grauweiß) schollenmäßig am Hut verteilt |
|
Knolle |
zwiebelförmig, abgesetzte Bergsteigersöckchen |
rübenartig, abgestutzt |
rübenartig mit Warzengürtel |
|
Geruch |
rettichartig |
rettichartig |
unauffällig |
|
Sporen |
inamyloid |
amyloid |
amyloid |
Narzissengelber Wulstling (Amanita gemmata)
Das Fotos ist nicht typisch und es fehlt leider der Stiel mit dem hängenden Ring und der typischen Basis, die wie eingetopft aussieht. Er ähnelt aber sehr dem Pantherpilz mit anderer Hautfarbe. Die Inhaltsstoffe sind auch andere, was aber nichts daran ändert, dass er auch tödlich giftig ist und ebenfalls das Pantherina-Syndrom auslöst.
Zuletzt aktualisiert am 06.06.2026

Gelber Knollenblätterpilz (Amanita citrina)
Der gelbe Hut hat flockige gelbe Hüllreste. Am Stiel hat er einen Ring, der oberseitig sehr fein gerieft oder sogar glatt ist. Er gilt als giftig, weil er Bufotenin (Krötengift) enthält. Die Menge ist zwar gering und wird beim Kochen zerstört, aber Sicherheit geht immer vor.
Zuletzt aktualisiert am 26.06.2026


Weitere typische Arten sind:
Frühlings-Knollenblätterpilz (Amanita verna)
Spitzkegeliger Knollenblätterpilz (Amanita virosa)
Eier-Wulstling (Amanita ovoidea)
Königs-Fliegenpilz (Amanita regalis)
Fransen-Wulstling (Amanita strobiliformis)
Igel-Wulstling (Amanita solitaria)
Kammrandiger Wulstling (Amanita eliae)
Porphyr-Wulstling (Amanita porphyrea)
