Hypogäen
Der Volksmund sagt „Trüffel“ und meint damit Speisetrüffel, die er aus der Gastronomie kennt. Hypogäen sind aber alle unterirdisch wachsende Pilze incl. der als Trüffel bezeichneten Pilze.
Von den circa 300 in Deutschland vorkommenden Arten stehen etwa zehn der Gattung Tuber unter Bundesartenschutz und dürfen dem Boden nicht entnommen werden. Man darf sie aber suchen und finden, dann gibt es zumindest ein schönes Foto. Deutschland ist in Europa das einzige Land mit diesem Verbot hinsichtlich der Gattung Tuber. Die Auswahl dieser Gattung, und damit alle ihre Arten, unter Artenschutz zu stellen, ist nicht nachvollziehbar. Es sind Arten dabei, die millionenfach in der Erde und überall in der Stadt und auf dem Land vorkommen.
Hypogäen können ebenfalls wie oberirdisch wachsende Pilze als Ascomyceten (Schlauchpilze) und Basidiomyceten (Ständerpilze) vorkommen.
Hier nennen wir nur einige Beispiele der vorkommenden Gattungen und ihrer jeweiligen Klassifizierung:
Zu den Ascomyceten gehören die Gattungen:
Echte Trüffel (Tuber), lateinisch für „Beule“, „Höcker“
Balsamtrüffel (Balsamia)
Weißtrüfel (Choiromyces)
Morcheltrüffel (Hydnotria)
Blasentrüffel (Genea)
Hirschtrüffel (Elaphomyces)
Wüstentrüffel (Terfezia)
Löchertrüffel (Geopora)
Zu den Basidiomyceten gehören die Gattungen:
Steppentrüffel (Gastroporiales)
Wurzeltrüffel (Rhizopogon)
Morchlinge (Gautierlales)
Erdnusstrüffel (Hymenogaster)
Schwarztrüffel (Octavianina)
Schleimtrüffel (Melanogaster)
Heidetrüffel (Hydnangium)
Hier sei erwähnt, dass die unter Ascomyceten genannte Gattung Weißtrüffel (Choiromyces) eine giftige Art hat, nämlich die Mäandertrüffel (Choiromyces meandriformis). Sie ist im rohen Zustand Magen-Darmgiftig! Sie findet man im Frühherbst häufig in heimischen Bergnadelwäldern. Aufgrund ihren hellen/weißen Farbe wird sie häufig mit der preislich und geschmacklich hochwertigen weißen Albatrüffel / Piemonttrüffel (Tuber magnatum) verwechselt. Leider hat man diese aber nördlich der Alpen bisher noch nie gefunden.
Für Sammler von oberirdisch wachsenden Pilzen sind die Hypogäen natürlich schwer zu finden. Deshalb hat man in früheren Jahrhunderten Schweine eingesetzt, die Trüffel ausgraben sollten. Mittlerweile ersetzt man Schweine durch ausgebildete Suchhunde, da Hunde besser als Schweine vom Fressen ihrer Funde abgehalten werden können. Der Hund zeigt nur an, der Mensch erntet!
Will man in Deutschland mit Hunden Speisetrüffel der Gattung Tuber für den Verzehr finden, ist dies wegen des Artenschutzes nur in angelegten Plantagen möglich, die von Grundstückseigentümern mit Trüffel-Myzel-infizierten Bäumen angelegt wurden. Wenn es nicht gerade Großplantagen sind, die nur für den Verkauf in den Handel züchten, kann man sich bei manchen auch für eine Trüffelsuche einmieten und den Hund dort suchen lassen. Abgesehen von der Nutzungsgebühr werden dann die Funde des Hundes dem Plantagenbesitzer abgegeben und die Möglichkeit des Abkaufens besteht.
Wer in Deutschland seinen Hund als Trüffelsuchhund ausbilden lassen möchte, kann sich gern hier informieren:
https://up-trüffel-suchhund.de
Bei der Ausbildung seines Hundes sollte dabei in erster Linie die optimale Auslastung seines Hundes mit Nasenarbeit im Vordergrund stehen sowie der Spaß in der Natur unterwegs zu sein. Was anderes bleibt uns wegen des Artenschutzes in der BRD nicht als Motivationsgrund übrig, es sei denn, man ist Plantagenbesitzer. Es bleiben aber circa 290 Arten, die gefunden und eingesammelt werden dürfen und für den Hund eine optimale Beschäftigung darstellen. Pilzleute sind es auch gewohnt, dann zu mikroskopieren. Eine weitere interessante Aufgabe ist dann noch die Kartierung von Funden für die DGfM.
Schaut in die o. g. Homepage hinein, zur Ausbildung des Hundes gehört auch die theoretische Ausbildung des Hundehalters hinsichtlich Anzeiger-Pflanzen, Anzeiger-Pilzen, Gesteinsarten etc. dazu, um nur einiges zu nennen. Wir haben auch Erfahrung in der Ausbildung eines Trüffelsuchhundes per Teams-/online Anleitungen.
Nachfolgend stellen wir Ihnen hier einige Hypogäen-Arten vor, die uns unsere Hypogäen-Jagdhündin Pepper, eine Englische Springer Spaniel Hündin, angezeigt oder auch im hohen Bogen ausgebuddelt hat. 😊
Die Funde sind bei der DGfM kartiert.
Zuletzt aktualisert von Ute Paul am 18.04.2026
Gattung Blasentrüffel (Genea)
Kugelrunder Bechertrüffel (Genea sphaerica)
Zuletzt aktualisert am 18.04.2026

Gattung Melanogaster
Weißgekammerter Schleimtrüffel (Melanogaster ambiguus)
Zuletzt aktualisiert am 18.04.2026

Gattung Stephensia
Gelber Seidentrüffel (Stephensia bombycina)
Zuletzt aktualisiert am 18.04.2026

Gattung Tuber
Sommer-Trüffel (Tuber aestivum)
Schon recht früh im Jahr ist die Sommer-Trüffel zu finden. Das Foto ist im April entstanden und zeigt ein aus dem Boden herausragendes Exemplar. Die Fruchtkörper sind fast kugelig mit einer sehr groben Oberflächenstruktur. Sie wächst auf basischen Böden, gerne bei Buche.
In Deutschland ist die gesamte Gattung der Tuber laut Bundesartenschutzverordnung geschützt. Daher stammen alle käuflich zu erwebenden Sommer-Trüffel oder in Restaurants angebotenen nicht aus Europa oder aus künstlich angelegten Plantagen.
Im Herbst bis Winter nennt man die gleiche Art auch Burgunder-Trüffel (Tuber aestivum). Für Pilzler etwas sonderbar, aber das Aroma ist dann noch intensiver.
Zuletzt aktualisiert am 17.04.2026

