FAQ
1. Wo dürfen Pilze gesammelt werden?
Grundsätzlich ist das Sammeln von Pilzen in deutschen Wäldern erlaubt. In den Niederlanden ist es z. B. verboten, wildwachsende Pilze überhaupt zu sammeln. Allerdings gibt es einige wichtige Einschränkungen zum Schutz von Natur, Wildtieren und der eigenen Sicherheit.
Verbotene oder eingeschränkte Gebiete
Das Sammeln von Pilzen ist nicht überall erlaubt. Zu beachten sind unter anderem:
- Betreten während der Dunkelheit: in vielen Wäldern verboten, z. B. aus Gründen des Wildschutzes
- Umzäunte Gebiete und Jungpflanzungen: Schutz von jungen Bäumen
- Naturschutzgebiete und geschützte Moorflächen: Sammeln dort ist in der Regel verboten
- Naturparks: hier gelten oft besondere Regeln (informieren!)
- Forst- und Baumfällarbeiten: Sammeln kann aus Sicherheitsgründen untersagt sein
- Treibjagden: während genehmigter Jagdmaßnahmen (z. B. auf Anordnung des Landratsamts) ist das Betreten der Wälder gefährlich
Im Landschaftsschutzgebiet ist das Sammeln in der Regel erlaubt, solange keine anderen Schutzregelungen bestehen.
2. Wie werden Pilze gesammelt, d. h. herausdrehen oder abschneiden?
Erstmal ist es dem eigentlichen Pilz, also dem Mycel egal wie man seine Fruchtkörper entnimmt. Fruchtkörper, die im Volksmund als Pilze bezeichnet werden, bildet ein Pilz eigentlich nur darum, damit der Fruchtkörper seinen Sporen verteilen kann und sich dadurch vermehrt. Die Art der Entnahme ist daher eher ein Thema für uns Sammler. Wer einen Pilz sicher erkennt, kann ihn auch abschneiden und die Schnittstelle wieder mit Erde bedecken. Wer sich nicht absolut sicher ist und die Pilze eventuell sogar einem Pilzberater zur Begutachtung vorlegen möchte, sollte den Fruchtkörper mit der Basis entnehmen. Die Basis ist im Zweifelsfall ein weiteres meist sehr wichtiges bestimmungsrelevantes Merkmal.
3. In welchem Behältnis sollten Pilze gesammelt werden?
Pilze sollten immer in einem luftigen Behältnis gesammelt werden. Am besten in einem Weidenkorb. Ein "no-go" sind Plastiktüten. Darin schwitzen Pilze und sind schnell verderblich.
4. Wie lange können gesammelte Pilze aufbewahrt werden?
Pilze sollte sehr zeitnah verarbeitet werden. Am Besten direkt am Tag der Sammlung. Nach guter Reinigung können sie auch einen Tag im Kühlschrank aufbewahrt werden. Viele Pilze können auch ohne Geschmacksverlust eingefroren oder getrocknet werden.
5. Gibt es einen Trick, um Giftpilze beim Kochen zu erkennen?
Leider nein! Das Mitkochen eines Silberlöffels oder einer Zwiebel sind Ammenmärchen. Man sollte nur Pilze zubereiten, die man sicher als Speisepilze erkennt. Auch Fraßpuren von Tieren sind kein Indiz.
6. Darf ich Pilzgerichte wieder aufwärmen?
Ja, dieser Hinweis stammt aus der Zeit als es noch keine Kühlschränke gab. Die Reste eines frisch zubereiteten Pilzgerichtes sollten direkt in den Kühlschrank gestellt werden, dann ist eine erneute Erwärmung kein Problem.
7. Ist es gefährlich, einen giftigen Pilz anzufassen?
Nein, in Europa gibt es (noch) keine kontaktgiftigen Pilze. Dennoch sollte man Giftpilze nicht zusammen mit Speisepilzen in einem Korb sammeln.
8. Warum verderben Pilze so schnell?
Pilze sind sehr eiweißhaltig und daher mit Fisch oder Fleisch vergleichbar. Wenn diese zu alt werden führen sie zu Eiweißvergiftungen. "Gammelfleisch" bereiten wir ja auch nicht mehr zu, oder? Durch "überständige" Pilze entstehen die meisten Pilzvergiftungen.
9. Was ist der Unterschied zwischen Zucht- und Wildpilzen?
Zuchtpilze wachsen quasi unter geschützten Bedingungen auf. In Treibhäusern entfällt die Aufnahme von Schadstoffen aus der Luft. Ist auch das Bodensubstrat ein Bio-Material nehmen Sie auch hieraus keine Schadstoffe auf. Wir empfehlen daher nur den Kauf von Bio-Zuchtpilzen. Zuchtpilze brauchen daher auch nicht so lange gegart werden, wie Wildpilze.
10. Wie lange soll man Wildpilze garen?
Wildpilze sollte man mindestens 15 Minuten bei starker Hitze garen. Dabei reicht es, sie ca. 5 Minuten anzubraten und mit den Zutaten bei mittlerer Hitze noch weiter durchzugaren.
