Nichtblätterpilze
Judasohr (Auricularia auricula-judae)
Der ohrlöffelartige, gallertartige Pilz kommt in den Rheinauen mit Hollunderbaumbestand sehr häufig vor. Er wächst ganzjährig, aber meist im Winter bis Frühling und liebt die Feuchtigkeit. Der Geruch kann als muffig-erdig empfunden werden. Der Geschmack ist eher neutral, dennoch ist er ein sehr beliebter Speisepilz, besonders in der chinesischen Küche. Dort wird allerdings die fast identische, aber andere Art, der Mu-Err Pilz (Auricularia cornea), verwendet. Häufig hört man, dass beide eine Art seien, dem ist aber nicht so.
Das Judasohr kann roh gegessen werden, d. h. er enthält keine Giftstoffe, die sich erst durch Erhitzung auflösen. Dennoch raten wir grundsätzlich von dem Verzehr roher Pilze ab, weil Wildpilze immer den Umwelteinflüssen ausgesetzt sind.
Der interessante Name ist wohl ein Kombination aus Legende und Aussehen: Judas Ischariot soll sich nach dem Verrat an Jesus Christus an einem Holunder erhängt haben und die Form errinnert an eine Ohrmuschel, besonders von unten.
Der Pilz wächst auf Laubholz, meist Holunder. Er hat weißes Sporenpulver. Das sieht man häufig schon mit bloßem Auge sehr deutlich, wenn die Pilze geschichtet wachsen und aussporen.
Der Pilz gilt auch als Vitalpilz und ihm wird eine erstaunliche vielfältige Wirkung zugesprochen.
Zuletzt aktualisiert von Udo Paul am 25.02.2026

