Schleimpilze

Schleimpilze sind ein „Fall“ für sich. Eigentlich sind es keine echten Pilze. Die meisten Schleimpilze bewegen sich, um neue Nährstoffe zu suchen, oft bis zu einigen Zentimetern pro Tag. Deshalb gelten Schleimpilze als Übergang vom Pilz zum Tier (Einzeller). In der gängigen Bestimmungsliteratur kommen sie häufig gar nicht vor.

Dazu gibt es spezielle Literatur, wie z. B. die wunderschöne Monografie von Marion Geib. Ihre Internetseite beschreibt diese Gattung sehr detailliert, s. Internetlinks.

Eine exakte Bestimmung ist meist nur mikroskopisch möglich.

Daher wird hier auch nicht sonderlich systematisch auf Schleimpilze eingegangen, sondern nur einige aufgeführt, die leicht bestimmbar sind und uns vor die „Linse“ kamen.

Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum)                                                                         

Der Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum), auch als Wolfsblut oder Milchstäubling bekannt, ist biologisch gesehen kein echter Pilz, sondern gehört zur Klasse der echten Schleimpilze (Myxomyceten). Es handelt sich um faszinierende Einzeller, die Eigenschaften von Tieren und Pilzen vereinen und sich in einer bestimmten Lebensphase sogar kriechend fortbewegen können.

Hier sind die wichtigsten Merkmale im Überblick:

Aussehen und Fruchtkörper

  • Form: Kleine, ungestielte Kügelchen oder kissenförmige Knubbel, die meist in dicht gedrängten Gruppen wachsen.
  • Größe: Die Fruchtkörper erreichen einen Durchmesser von etwa 0,3 bis 1,5 Zentimetern.
  • Farbe: Das Erscheinungsbild ändert sich stark mit dem Alter. Jung sind sie auffällig himbeerrosa, lachsfarben oder leuchtend orange. Im Alter vertrocknen sie und verfärben sich über grünlich-grau bis hin zu graubraun oder dunkelbraun.
  • Die „Blutmilch“: Drückt oder sticht man die jungen, reifen Kügelchen an, platzt die dünne Außenhaut auf. Es tritt eine zähflüssige, korallenrote bis rosafarbene Flüssigkeit aus, die an Blut erinnert und dem Pilz seinen Namen gab. Bei alten Fruchtkörpern ist diese Flüssigkeit zu einem trockenen, braun-ockerfarbenen Sporenpulver geworden.

Lebensweise und Entwicklung

  • Zwei Lebensphasen: In seiner aktiven Wachstumsphase existiert der Schleimpilz als sogenanntes Plasmodium – eine riesige, formlose Zelle, die sich wie eine Amöbe über den Untergrund schiebt, um Bakterien und organische Partikel zu fressen. Erst zur Fortpflanzung stellt er die Bewegung ein und bildet die sichtbaren, unbeweglichen Kügelchen (Fruchtkörper) aus.
  • Nutzung: Der Blutmilchpilz ist für den Menschen ungenießbar und hat keinen Speisewert. Er gilt nicht als gefährlicher Giftpilz.

Vorkommen und Saison

  • Lebensraum: Er wächst als Folgezersetzer (Saprophyt) auf feuchtem Totholz, morschen Baumstümpfen, liegenden Stämmen oder Rindenmulch in Laub- und Nadelwäldern.
  • Zeitraum: Zu finden ist er weltweit und sehr häufig von Frühling bis zum Spätherbst (ca. April bis Oktober), besonders intensiv nach ergiebigen Regenfällen.

 

Zuletzt aktualisiert am 05.08.2026