10.10.2026 Pilzführung

Bei schönstem Sonnenschein ging es in den Oberhausener Stadtwald.

Die Fülle an unterschiedlichen Pilzen war unglaublich. Viele Arten waren allerdings bereits überständig und daher nicht mehr genießbar.

Herbstlorchel (Helvella crispa)

Fast alle Lorchelarten sind keine Speisepilze, auch wenn sie nur geringe Mengen des Gifts Gyromitrin enthalten. Von dem Verzehr wird daher abgeraten.

Schwefelporling (Laetiporus sulphureus)

Die gefundenen Exemplare waren schon sehr alt und dienten nur der Anschauung. Jüngere Exemplare sind hervorragende Speisepilze. Der Pilz wird auch "Chicken of the wood" genannt und richtig zubereitet schmeckt er tatsächlich wie Hähnchenfleisch.

Dickschaliger Kartoffelbovist (Scleroderma citrinum)

Der Dickschalige Kartoffelbovist ist bereits im jungen Zustand im Inneren schwarz. Sein Geruch ist widerlich, stadtgasartig. Neben Magen-Darm-Störungen gibt es auch vereinzelt Berichte über schwere Vergiftungen.

 

Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron)

Der Geruch ist pilzig bis etwas säuerlich. Als Speisepilze sind sie gut zu verwenden, solange sie noch frisch sind und keinen Schimmel haben. Wenn sie älter sind feldert der Hut auf. Bei allen Röhrlingen hilft das Eindrücken des Hutes als gutes Merkmal für den Zustand. Kann der Hut leicht mit zwei Fingern zusammengedrückt werden, ist er nicht mehr brauchbar.

Zunderschwamm (Fomes fomentarius)

Der Zunderschwamm ist in unseren Wäldern ein sehr häufiger Porling oder Baumschwamm.

Seinen Namen hat er, weil er als Glimmmaterial in Verbindung mit einem Feuerstein Verwendung fand. Aus Teilen des Pilzes wurden früher Lappen und sogar Bekleidungen hergestellt. Der Zunderschwamm kann zum Färben von Kleidung verwendet werden.

Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola)

Seine Farbe ist je nach Wachstum sehr variabel. Jung ist er eher weiß und wird dann immer dunkler. Er ist ein sehr schöner Dekorationspilz.

Birkenporling (Fomitopsis betulina)

Der Birkenporling hat jung weiches, weißes Fleisch. Man findet ihn fast ganzjährig an abgestorbenen Birken. Ganz junge Exemplare sind essbar, schmecken aber sehr bitter. Besser ist es, ihn in Stücke zu schneiden und zu trocknen. Die getrockneten Stücke können als Tee aufgebrüht werden und wirken Magen-Darm-Beruhigend.

Dichtblättriger Schwärztäubling (Russula densifolia)

Von den Schwärztäublingen gibt es zwei Arten: Den Dichtblättrigen und den Dickblättrigen. Beide kann man an der Ausprägung der Lamellen recht gut unterscheiden. Der Wald war unglaublich voll mit diesen beiden Arten. Die meisten Funde waren aber bereits sehr schwarz und daher überständig. 

Beide Arten gelten als essbar, sollen aber nicht sonderlich gut schmecken. Aber das ist ja Geschmacksache.

Schwärztäublinge habe weißes Sporenpulver und sind daher relativ einfach von anderen Täublingen zu unterscheiden.

Täublinge gehören zu den Sprödblättlern. Das bedeutet, dass der Stiel mit einem leisen Knackgeräuch bricht und die Lamellen beim Darüberstreichen splittern.

Breitblättriger Weißtäubling (Russula delica)

Auch von den Weißtäublingen gibt es einige verschiedene Arten: Den Breitblättrigen, den Schmalblättrigen und den Gelbblättrigen. Zur Bestimmung hilft also ein Blick auf die Gestalt der Lamellen. Alle drei Arten sind essbar, auch wenn sie üblicherweise als minderwertige Speisepilze gelten und haben weißes Sporenpulver.

Schopftintling (Coprinus comatus)

Der Schopftintling wird auch Spargelpilz genannt. Sein Stiel kann leicht herausgezogen und dann wie Spargel zubereitet werden. Die Hüte können in der Pfanne gebraten werden.

Aber vorsichtig: Er vergeht sehr schnell. Bereits nach wenigen Stunden zerläuft der Hut und das schwarze Sporenpulver wird sichtbar. Dann kann daraus nur noch Tinte hergestellt werden. 

Andere Tintlinge, z. B. der Faltentintling enthalten das Gift Coprin und sind daher nicht mit Alkohol verzehrbar. Coprin vermindert den Alkoholabbau und schädigt daher die Leber.

Judasohr (Auricularia auricula-judeae)

Eigentlich ist es noch etwas früh, aber die ersten Judasohren sind bereits an totem Holunder vorhanden. Sie sind zwar relativ geschmacklos, eignen sich aber sehr gut als Speisepilze in Chinagerichten.

 

Dünnfleischiger Anischampignon (Agaricus silvicola)

Sein Geruch Anis oder Bittermandel ist unverkennbar. Er ist essbar. Die gefundenen Exemplare allerdings nicht mehr.

Wildwachsende Champignons sind nicht einfach zu bestimmen. Es gibt circa 80 verschiedene Arten und darunter sind auch einige giftige.

Ockertäubling (Russula ochroleuca)

 Er wird auch Zitronentäubling genannt und ist einer der essbaren Täublinge, soll aber nicht besonders schmecken.

Striegeliger Schichtpilz (Stereum hirsutum)

Schichtpilze wachsen auf totem Laubholz. Der Samtige Schichtpilz ist sehr ähnlich, hat aber keine zottige Oberfläche. Er ist zwar nicht giftig, aber ungenießbar.

Schmetterlingstamete (Trametes versicolor)

Schmetterlingstrameten sind wie viele andere Trameten ungenießbar. Der zweite lateinische Name versicolor ist hier Programm. Die Fruchtkörper schimmern in verschiedenen Farben von weiß bis braun und von grau bis rötlich ist alles erkennbar.

Sie ist ungenießbar. Die Fruchtkörper können aber getrocknet und dann gemahlen werden. Daraus kann ein gesunder Tee zubereitet werden.

Rosa Rettichhelmling (Mycena rosea)

Riecht man an den Lamellen, so ist klar warum dieser Helmling Rettichhelmling heißt. Er ist leicht gift und daher nicht als Speisepilz geeignet. 

Grüner Anistrichterling (Clytocybe odora)

Sein Geruch nach Anis oder Lebkuchengewürz verrät ihn sofort. Ebenso seine blaugrüne Hutfarbe. Durch Regen kann er aber auch schnell ausblassen. Er ist essbar, wenn man den starken Geruch mag. Aber Vorsicht: Es gibt auch einen giftigen Weißen Anistrichterling, der einen vergleichbaren Geruch hat. Die Hüte sind aber eher ockerbraun.

 

Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare)

Seine Lamellen sind deutlich grünblättrig. Sein Stiel ist gelblich und bis zum Stielende eher schwefelgelb. Das wird besonders deutlich, wenn der Stiel aufgebrochen wird. Er zeigt unter UV-Licht eine starke, hellgrüne Fluoreszenz. Er wächst auf Laub- und Nadelstümpfen gesellig bis büschelig. Manchmal sind ganze Baumstämme von ihm überzogen. Wegen seiner Giftstoffe führt er zu starken Magen-Darmstörungen.

Breitblättriger Holzrübling (Clitocybula platyphylla)

Diese Art ist sehr häufig. Der Name bedeutet, dass er sehr breite Lamellen hat. Dabei ist der Längsschnitt gemeint. Übrig bleibt nur noch eine schmale Fruchtschicht.

In kleinen Mengen ist dieser Pilz essbar. Ob er schmeckt, wird regional sehr unterschiedlich bewertet. Von der Deutschen Geselllschaft für Mykologie (DGfM) ist er als Giftpilz eingestuft. Daher dürfen Pilzsachverständige ihn nicht freigeben.

Rotbrauner Milchling (Lactarius rufus)

Er gehört zu der Gattung der Milchlinge. Kratzt man die Lamellen an, so tritt weiße Milch aus. Seine Speiseeinschätzung ist unterschiedlich und reicht von essbar bis ungeniessbar. Vorsichtshalber sollte man ihn daher nicht essen.

Frauentäubling (Russula cyanoxantha)

Der Frauentäubling ist der einzige Täubling, bei dem die Lamellen nicht splittern. Das macht ihn einzigartig. Die Farbe seines Hutes ist allerdings sehr variabel und variiert von grün, braun, blau bis lila.

Er ist ein sehr guter Speisepilz.

Klapperschwamm oder Maitake (Grifola frondosa)

Das ist wohl der Fund des Tages!

Der Klapperschwamm ist ein sehr guter Speisepilz, wenn man die Reinigung hinter sich gebracht hat.

Er ist allerdings nur jung essbar. Im Alter wird er zäh.

Perlpilz (Amanita rubescens)

Knollenblätterpilze sind nichts für Anfänger! In dieser Gattung sind die meisten tödlich giftigen Arten.

Wer ihn genau an seinen Merkmalen erkennt, kann ihn auch essen. Wesentliche Merkmale sind:

  • die rotfärbungen am Hut und am Stiel
  • der herablaufende geriefte Ring
  • die grauen Schüppchen auf dem Hut
  • die abziehbare Huthaut
  • die rübenförmige mit Warzengürtel besetzte Knolle.

 

Knopfstieliger Büschelrübling (Gymnopus confluens)

Sein Geruch ist pilzig. Seine Hüte sind essbar. Die Stiele sind zäh und eignen sich höchstens für Pilzpulver.

Dieser Pilz ist leicht zu bestimmen: Wird der Hut abgezogen, so wird ein Knopfloch in dem abgezogenen Hutteil sichtbar. Daher kommt auch sein Name.

Rehbrauner Dachpilz (Pluteus cervinus)

Er riecht nach Rettich oder nach Kartoffelkeller, ist aber ein essbarer Speisepilz.

Eine Verwechslung unter den Dachpilzen ist immer harmlos, weil fast alle essbar sind und es keine gefährlich giftigen Arten unter ihnen gibt.

Maronenröhrling (Imleria badia)

Sie riechen pilzartig angenehm und werden häufig auch als Braunkappen bezeichnet.

Sie gehören zu den beliebtesten Speisepilzen und sind auch auf Märkten zu kaufen. Leider ist dieser Pilz stark Cäsium 137 belastet. Das macht seiner Beliebtheit aber keinen Abbruch.

Waldfreundrübling (Gymnopus dryophilus)

Dieser essbare Speisepilz kommt sehr häufig in unseren Wäldern vor. Er riecht säuerlich pilzig. Sein Geschmack ist aber angenehm mild. Als Mischpilz ist er auf jeden Fall eine Bereicherung.

Langstieliger Knoblauchschwindling (Mycetinis alliaceus)

Hier ist der Name Programm: Der Stiel ist sehr lang und dünn und der Geruch nach Knoblauch ist sehr intensiv. Er ist essbar, aber sehr scharf. Einzelne Exemplare können als Gewürzpilz verwendet werden.

Weißmilchender Helmling (Mycena galopus)

Es gibt sehr viele unterschiedliche kleine Helmlinge. Die Bestimmung ist nicht immer einfach. Speisepilze sind es aber alle nicht.

Kahler Krempling (Paxillus involutus)

Inzwischen gilt dieser Pilz als tödlich giftig.

Früher wurde dieser Pilz anders eingestuft und in Osteuropa sieht man das auch heute noch anders.

Seine Huthaut ist lange eingerollt. Auf Druck verfärben sich seine Lamellen braun.

Eichenmilchling (Lactarius quietus)

Das ist ein essbarer Speisepilz. Er riecht nach Blattwanzen. Sein Geschmack ist nach dem Braten aber mild bis leicht bitterlich.

Beim Ankratzen der Lamellen kommt weiße Milch hervor, die sich beim Trocknen hell grün-gelb verfärbt.